Amadeu Antonio Preis 2017

 

AND THE WINNER IS ...

 

Der Amadeu Antonio Preis 2017 ging an:

 

Lückenlos e.V. aus Köln für das Tribunal „NSU-Komplex auflösen“.

Der Prozess gegen Beate Zschäpe und die Unterstützer des NSU nähert sich seinem Ende. Die versprochene Aufklärung über die rechten Netzwerke und staatliches Versagen fand nicht statt. Das Tribunal-Netzwerk aus mehr als 100 Engagierten lenkt immer wieder die Aufmerksamkeit auf die staatlichen Strukturen, die die Verbrechen des NSU tatenlos beobachtet, indirekt unterstützt oder ihre Aufklärung verschleppt haben. Im Mai 2017 kamen mehr als 3.000 Aktivisten zum Tribunal in Köln zusammen. Filme, Theateraufführungen und Ausstellungen gaben den Perspektiven der Betroffenen und ihrer Angehörigen eine Bühne. Zum Abschluss klagte das Bündnis symbolisch rechten Terror, staatliche Verstrickungen und gesellschaftlichen Rassismus an.

Die LAUDATIO hielt der Architekt Van Bo Le-Mentzel – per Videoübertragung.

Mehr Ein- und Ausblick ins Tribunal in unserem FILMPORTRÄT.

 

Zwei weitere Preise gingen an:

 

Evelyn Rack und Billie Mind für die interaktive Ausstellung Add your Heroine!

LAUDATIERT (PDF-Dokument, 25.4 KB) von der Sängerin Marianne Rosenberg. Das Projekt bricht mit traditionellen Rollenvorstellungen und fordert das Publikum auf, die Sammlung mit eigenen Heldinnen zu ergänzen. Eine Dynamik, die das Werk im Netz seitdem entfaltet, und die zum MITMACHEN einlädt. Mehr dazu in unserem FILMPORTRÄT.

 

Raman Zaya für die literarische Performance träumen auf deutsch ohne untertitel.

Die LAUDATIO (PDF-Dokument, 43.3 KB) hielt Friedhelm Boginski, Bürgermeister der Stadt Eberswalde. Seine Fluchtgeschichte von Teheran nach Deutschland bildet den Rahmen für eine Performance, in der Raman Zaya, unterstützt von dem Rapper Mahan, alle Sinne anspricht und Fragen nach Heimat und Zugehörigkeit neu stellt. Es lohnt sich HINEINZUHÖREN! Und hier unser FILMPORTRÄT.

 

 

Zu den Nominierten gehörten weiterhin:

 

GRIPS-Theater: Nasser #7Leben -- hier unser FILMPORTRÄT

 

Kanaltheater: Gulliver unter uns -- hier unser FILMPORTRÄT

 

Neue Jüdische Kammerphilharmonie Dresden: Schülergesprächskonzerte

mit Werken verfemter europäischer Komponisten jüdischer Herkunft

-- hier unser FILMPORTRÄT

 

Nyx e.V. und Regionalverband deutscher Sinti und Roma Augsburg: Schluchten

-- hier unser FILMPORTRÄT

 

Der erste Preis ist mit 3.000 Euro dotiert, die zwei weiteren Preis mit je 1.000 Euro. Die Jury für den Amadeu Antonio Preis bestand aus Kunstschaffenden und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens und der migrantischen Communities sowie aus Vertreterinnen und Vertretern der Auslobenden und Partner.

 

Die Preisverleihung fand am 28. November 2017 mit 130 Gästen im Bürgerbildungszentrum Amadeu Antonio in Eberswalde statt - im Gedenken an Amadeu Antonio und alle Opfer rechter Gewalt im wiedervereinigten Deutschland seit 1990. Zugleich würdigt der Preis herausragendes künstlerisches Engagement für ein diskriminierungsfreies Miteinander und die gesellschaftliche wie künstlerische Vielfalt in Deutschland.

 
 

Anlässlich des 25. Todestags von Amadeu Antonio wurde der Amadeu Antonio Preis 2015 erstmalig vergeben. Alle zwei Jahre von der Stadt Eberswalde und der Amadeu Antonio Stiftung ausgelobt, würdigt er Kunstschaffende und Projekte, die sich gezielt mit den Themen Rassismus, Menschenrechten und Vielfalt künstlerisch auseinandersetzen. Der Amadeu Antonio Preis wird von der Galeristin und Jugendkulturberaterin Ida Schildhauer mit einer Förderung und vom Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) als Medienpartner unterstützt.

 

Fotos: Ulrich Wessollek, Mick Prinz